Medienerziehung

Abmahnungen im Internet – Hinweise für Schülerinnen und Schüler

Unterwegs im Internet: Wann kann eine Abmahnung drohen?

Durch das Internet erhalten wir Zugang zu den verschiedensten Medien: Mit wenigen Klicks können wir Bilder speichern, Musik herunterladen oder uns die neuesten Filme ansehen und all dies meist sogar kostenlos. Allerdings ist nicht alles, was technisch möglich ist, auch rechtlich erlaubt.

Wer im Internet gegen Gesetze und Vorschriften verstößt, kann unter Umständen teure Post von einem Anwalt erhalten. Juristen bezeichnen dieses Schreiben als Abmahnung. Diese soll zum einen auf das Fehlverhalten aufmerksam machen, zum anderen aber auch dafür sorgen, dass der Täter für den Schaden aufkommt. Der geforderte Schadensersatz kann dabei schnell mehr als 1.000 Euro betragen. 

Eine Abmahnung droht vor allem dann, wenn ihr selbst fremde Werke hochladet und anderen zur Verfügung stellt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn ihr Musik oder Filme ohne das Einverständnis der Produktionsfirmen bei YouTube hochladet. Besonders häufig werden auch die Nutzer von Online-Tauschbörsen abgemahnt. Denn beim Filesharing bietet ihr heruntergeladenen Dateien auch allen anderen Nutzern der Tauschbörse an.

Achtung! Der Brief mit einer Abmahnung wird meist direkt an eure Eltern verschickt. Denn eure Unternehmungen im World Wide Web lassen sich in der Regel nur einem bestimmten Internetzugang zuordnen und diesen bezahlen meist eure Eltern. 

Wie lässt sich eine Abmahnung im Internet vermeiden?

Einen hundertprozentigen Schutz vor einer Abmahnung im Internet gibt es vermutlich nur, wenn ihr  ganz darauf verzichtet. Aber das Risiko lässt sich durch verschiedene Verhaltensregeln und umsichtiges Handeln deutlich reduzieren. Worauf ihr dabei unter anderem im Einzelnen achten solltet, zeigt die folgende Checkliste:

VerhaltensweiseBeachtet?
Ihr solltet das Herunterladen von Dateien aus unbekannten und unseriösen Quellen vermeiden. Dies gilt vor allem dann, wenn ihr vorher ein spezielles Programm installieren sollt.
Ladet nur Bilder in sozialen Netzwerken hoch, die ihr selbst geschossen habt oder wenn das Einverständnis des Fotografen vorliegt.
(Nutzt ihr Fotos von Promis oder Comicfiguren als Profilbild, kann auch dies gegen Gesetze verstoßen.)
Zeigen Fotos andere Personen, solltet ihr diese vor einer Veröffentlichung um Erlaubnis fragen (Ihr wollt ja von euch selbst keine unvorteilhaften Bilder im Internet finden.).
Aktuelle Serien, Filme oder Songs werden selten kostenlos zum Download angeboten. Prüfe daher, ob das Angebot auch legal ist.
Verfügt eine CD oder DVD über einen Kopierschutz, dürft ihr diesen nicht umgehen.
Das WLAN zu Hause sollte über ein sicheres Passwort verfügen, damit niemand von außen darüber gegen Gesetze verstoßen kann.

Weitere nützliche Informationen zu Abmahnungen im Internet bietet das Ratgeberportal abmahnung.org

Störerhaftung: Was Eltern dazu wissen sollten

Internet ist Alltag: Handys, Tablets und Computer sind aus dem Leben nicht mehr wegzudenken. Ein verantwortungsvoller Umgang mit diesen Medien ist wichtig und sollte auch von den Eltern unterstützt werden. Daher ist ein Überblick darüber, was Kinder online tun, immer wichtig. Das ist nicht nur für die Sicherheit von Bedeutung. Auch rechtlich stehen Eltern in der Verantwortung.

Neben der Schule sind die Eltern die wichtigsten Personen, welche Kindern eine ausreichende Medienkompetenz und somit einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet weitergeben. Klären Eltern ihre Kinder nicht ausreichend über die Gefahren im Internet, kann das rechtliche Konsequenzen haben. 

Die sogenannte Störerhaftung tritt dann ein, wenn das Urheberrecht in irgendeiner Weise gestört wird. Störer haften für Verstöße, die sie entweder selbst gegangen haben oder zu denen sie beigetragen haben. 

Laden Kinder Inhalte illegale herunter oder verbreiten diese über Tauschbörsen, sind Eltern als Anschlussinhaber unter Umständen haftbar zu machen. Wann Eltern nun genau für das Handeln der Kinder im Internet belangt werden können, ist detailliert im Ratgeber bzw. im kostenlosen eBook zum Thema auf filesharingabmahnung.de dargelegt.

Eltern sind nach der derzeitigen Rechtsprechung verpflichtet, ihre Kinder ausreichend über die Gefahren im Internet und rechtliche Konsequenzen aufzuklären. Kinder müssen sich bewusst sein, dass ein bestimmtes Handeln im Internet nicht ohne Folgen bleibt und strafbar sein kann. 

Um die Aufklärung und die Herangehensweise zu erleichtern, können sich Eltern an der folgenden Checkliste orientieren:

ZielstellungBeachtet?
Bei den ersten Schritten online belgeiten Sie ihr Kind und unterstützen z. B. bei der Einrichtung von Profilen auf Social-Media-Plattformen.
Sie haben ihre Kinder frühzeitig über die Rechtslage bezüglich Downloads, Online-Shopping usw. aufgeklärt. (Das Datum und der Inhalt der Gespräche sollte aufgezeichnet werden.)
Sie besprechen legale Alternativen und legen Regeln für den Zugang zu diesen fest.
Sie halten sich auch weiterhin auf dem Laufenden bezüglich der Aktivitäten im Internet. Sie achten darauf, dass es keine ständige Kontrolle ist, sondern eher der Austausch von Erfahrungen (eine lückenlose Kontrolle ist auch nicht notwendig).
Sie sind Vorbild und halten sich selbst an aufgestellten Regeln bezüglich Downloads und Nutzung von Tauschbörsen.
Sie haben den Zugang zum Internet so gesichert, dass Sie überblicken können, wer diesen nutzt. Die Administratorenrechte sollten generell nur bei Ihnen liegen.
Sie informieren sich regelmäßig über aktuelle Themen bezüglich der Internetnutzung und tauschen sich mit anderen Eltern sowie Lehrern aus.
Medienkonzept-Reichshof

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