Weihnachtliche Freude auf Distanz

Schülerinnen und Schüler der Big-Band-Klasse der Gesamtschule Reichshof spielten vor Seniorenheimen

„Ein besonderes Jahr geht zu Ende und viele, gerade auch ältere Menschen leiden darunter, wenig Kontakt mit ihren Lieben zu haben“, vermerkt Damir Akhmetkhanov, der Leiter der Big-Band-Klassen der Gesamtschule Reichshof. Aus diesem Grund hatte er zusammen mit seinen Big-Band-Schülerinnen und – Schülern beschlossen, mit ihrer Musik für die am härtesten betroffenen Menschen in den Seniorenheimen Weihnachtsstimmung herzustellen. Unter Beachtung aller erforderlichen Hygienevorschriften in Zeiten der Corona- Pandemie spielten die Schülerinnen und Schüler am Donnerstag vor der Weihnachtswoche vor dem Evangelischen Altenheim in Bergneustadt, am Freitag vor dem Evangelischen Alten- und Pflegeheim Ragoczy-Stift und vor dem Seniorenwohnheim Koxholt in Eckenhagen. Mit zahlreichen Weihnachtsklassikern sorgten sie für Weihnachtsatmosphäre und machten den Bewohnerinnen und Bewohnern damit eine große Freude in dieser schwierigen Zeit der Einschränkungen. Diese Auftritte, auf die die jungen Musikerinnen und Musiker sich intensiv vorbereitet hatten, werden ihnen und allen Zuhörern in besonderer Erinnerung bleiben.

Gesamtschule Reichshof zum 6. Mal mit dem Schulentwicklungspreis Gute gesunde Schule ausgezeichnet

In einer Videobotschaft gratulierten am 01.12.2020 Schulministerin Yvonne Gebauer und Uwe Meyeringh, Vorstandsvorsitzender der Unfallkasse NRW den 43 Schulen zur diesjährigen Auszeichnung mit dem Schulentwicklungspreis Gute gesunde Schule 2020. Um diese Auszeichnung hatten sich landesweit 241 Schulen beworben. (https://www.unfallkasse-nrw.de/service/nachrichten/schulentwicklungspreis-2020-1622.html).

Die Gesamtschule Reichshof gehört zum 6. Mal zu den Preisträgerschulen und erhält ein Preisgeld von 15.000 Euro – ein Grund zum Jubeln für alle am Schulleben Beteiligten.

Die Schule leistet nach Einschätzung der Jury eine hervorragende Schulentwicklungsarbeit und bindet die Gesundheitsförderung erfolgreich in den Schulalltag ein.

Die Gesamtschule Reichshof zeichnet sich durch eine starke Gemeinschaft aus und legt besonderen Wert auf die gemeinschaftliche Erarbeitung, Entwicklung und Umsetzung ihrer Schulentwicklungsvorhaben, Projekte und Aktivitäten.

Besonders gewürdigt wurde die Umsetzung des Schulentwicklungsvorhabens zum selbstständigen Lernen und den freien Lernzeiten. Darüber hinaus wurde u. a. insbesondere bewertet, dass die Gesamtschule Reichshof großen Wert auf die Gestaltung gesunder Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen für die Bereiche des Lehrens und Lernens legt und die stetige Weiterentwicklung der Arbeits- und Aufenthaltsbedingungen als grundsätzliche Aufgabe der Schulentwicklungsarbeit umsetzt. Entspannungs- und Bewegungsmöglichkeiten werden in die kontinuierliche Weiterentwicklung einbezogen. Die Schule verfügt mit den angrenzenden Sportflächen und dem großen Außengelände über hervorragende Rahmenbedingungen

Die Verwendung der Preisgelder soll unterschiedlichen Projekten der Schulentwicklung im Sinne der guten gesunden Schule zugutekommen, so zum Beispiel der Ausstattung und Weiterentwicklung der Lernbüroarbeit zur Förderung des selbstständigen Lernens. Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte und Eltern werden in die Entscheidung einbezogen. Preisgelder der vergangenen Auszeichnungen wurden u. a. für die Ausstattung des Lern- und Bewegungsumfeldes der Schülerinnen und Schüler, die Ausstattung des SV-Raumes, des Arbeitsbereiches der Lehrkräfte, zur Unterstützung des ökologischen Projektes der Fliegenden Bauten, für die Anschaffung von Wasserspendern uvm. verwendet.

Die großen Erfolge der Schule beruhen auf der gemeinsamen Arbeit aller am Schulleben Beteiligten, die auch der schwierigen Zeit der Corona-Pandemie die schulische Weiterentwicklung getragen hat. Den gemeinschaftlichen Erfolg ausgiebig und angemessen mit einem Schulfest zu feiern, wenn die Corona-Pandemie überwunden sein wird – auch dazu könnte ein Teil der Preisgelder verwendet werden.

Bundesweiter Vorlesetag an der Gesamtschule Reichshof

Ziel des Aktionstages ist es, ein öffentlichkeitswirksames Zeichen für die Bedeutung des Vorlesens zu setzen, Begeisterung für das Lesen und Vorlesen zu wecken und Kinder möglichst früh mit dem geschriebenen und erzählten Wort in Kontakt zu bringen. Alle, die Spaß am Vorlesen haben, können an diesem Tag anderen vorlesen – zum Beispiel in Schulen, Kindergärten, Bibliotheken und Buchhandlungen oder an ungewöhnlichen Vorleseorten.

Traditionell sind am bundesweiten Vorlesetag auch die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Reichshof an vielen Standorten vertreten. Aber am diesjährigen Vorlesetag, dem 20. November, galten Corona-bedingt vielerlei Einschränkungen. Dennoch führte Abteilungsleiter Marco Brüß eine zentrale Veranstaltung im Forum der Schule durch: Vor ihren Schülerinnen und Schülern präsentierten die Tutorenteams des 5. Jahrgangs das Märchen „Hänsel und Gretel“ der Gebrüder Grimm. Dabei gingen die Vorleserinnen und Vorleser mit launigen und engagierten Interpretationen des Textes ganz in ihren Rollen auf. Das junge Publikum war schnell in Bann geschlagen und fieberte mit den Protagonisten mit. 

Schulleiterin Anne Halfar betonte die Bedeutung des Vorlesens gerade in Zeiten der Pandemie: „Geschichten ziehen in den Bann und lenken von so mancher Sorge im Alltag ab. Vorlesen fördert darüber hinaus die Sprachentwicklung und die Motivation zum Selbstlesen wird gestärkt.“

Alle Beteiligten am Vorlesetag hoffen, im nächsten Jahr wieder wie gewohnt in Seniorenheimen, Kindergärten und anderen Orten außerhalb der Schule vorlesen zu können.

Big-Band-Klassen sorgen für St.-Martins-Atmosphäre

Big-Band-Klassen der Gesamtschule Reichshof musizieren für Kindergartenkinder zu St. Martin.

Eine besondere Überraschung bereiteten zwei Big-Band-Klassen der Gesamtschule Reichshof unter Leitung von Musiklehrer Damir Akhmetkhanov den Kindern des Helene-Simon Kindergartens in Eckenhagen. Unter Corona-Schutzbedingungen konnten Musikerinnen und Musiker auf dem Schulhof musizieren und stimmten damit die Kindergartenkinder auf eine St.-Martins-Atmosphäre ein. Das Corona-Martinskonzert knüpft damit an die jährliche Tradition der Gesamtschule Reichshof an, Sankt-Martins-Züge mit einem großen Repertoire an Liedern zu begleiten. Das Publikum war auch dieses Jahr begeistert und spendete reichlich Applaus.

Kultur trotz Corona weiter erlebbar zu machen, ist gerade jetzt für alle Musikerinnen und Musiker sehr schwierig. Die Big-Band Klasse plant indessen auf der Grundlage der Corona-Hygiene-Bestimmungen auch für die Weihnachtszeit Außenauftritte, so dass die Musik nicht verstummen und hier und da für eine weihnachtliche Überraschung sorgen wird. Alle drei Big-Band-Klassen der Jahrgänge 5 – 7 der Gesamtschule Reichshof bringen so auch unter sehr eingeschränkten Bedingungen viel Freude in diese schwierige Zeit der Corona-Pandemie.

Von „McVamp“ bis „Macbeth“

The „Phoenix Theatre“ an der Gesamtschule Reichshof

Traditionell begeistert das englische Phoenix Theatre die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Reichshof mit seinen Vorführungen jeweils im Frühjahr, was jedoch in diesem Jahr nicht möglich war. Dank eines umfassenden Hygienekonzepts und den optimalen räumlichen Gegebenheiten im Forum der Schule konnte den Schauspielerinnen und Schaupielern des renommierten Theaters schließlich für Ende September zugesagt werden.

Die Fachvorsitzenden der Fachschaft Englisch, Eduard Simon und Julia Wiebel, hatten die Theatertruppe ins Eckenhagener Kulturzentrum geholt: Theater mit Native Speakers als Akteuren stelle das Publikum zwar vor Herausforderungen, fördere aber zugleich das Sprachgefühl und stelle einen wichtigen Beitrag zum fremdsprachlichen Lernen dar. In einem auf zwei Tage aufgeteilten Gastspiel präsentierten sie drei auf unterschiedliche Altersgruppen zugeschnittene Bühnenstücke.

Mit dem „Vampirical“ unter dem Titel „McVamp“ trat für die Jahrgänge 5-7 eine Figur auf die Bühne, die so gar nicht in die „beruflichen“ Fußstapfen seiner Familie treten will: Lieber als ein Job in der Blood Bank schwebt  dem Jungen Cedric der Betrieb einer Eisdiele vor. Verwicklungen und Situationskomik und die Lachsalven des Publikums waren programmiert. Jasmin und Flavia aus der Klasse 5c würdigten insbesondere die Mimik und Gestik der Darsteller: „Dadurch konnten wir oft raten, um was es ging, auch wenn wir nicht jedes Wort verstanden haben.“ Überhaupt gelang es dem Ensemble überzeugend mit minimalem Kulissen- und Requisitenaufwand prima Effekte zu erzielen. 

Das galt auch für das Stück „Echoes – The Loss of Lily“ für die Jahrgänge 8-10. Hier ging es ernst zur Sache, kreiste die Handlung doch um die Abgründe des „Cyber-bullying“, der Internet-Tyrannei und ihren zerstörerischen Wirkungen.

Ernst, zugleich aber durch nahezu slapstickartige Szenen und bekannte Popsongs aufgelockert, ging es auch in Shakespeares „Macbeth“ zu. Die Schülerinnen und Schüler der gymnasialen Oberstufe konnten sich hier am Mix zwischen Shakespeares und dem modernen Englisch erproben. 

Das Publikum hielt man in allen drei Stücken auch durch kleine interaktive Einlagen – im Rahmen der Schutzmaßnahmen gegen die Pandemie – in Bann.

Das Publikum gab durchweg positive Kommentare ab, so dass Eduard Simon sehr zufrieden auf eine gelungene und das Schulleben der Gesamtschule Reichshof bereichernde Veranstaltung zurückblicken konnte.

Schulleiterin Anne Halfar freute sich, dass die englischsprachigen Theateraufführungen, die Bestandteil des Schulprogramms sind, nun doch noch unter besonderen Bedingungen realisiert werden konnten. Die Fremdsprache Englisch, gesprochen von speziell für Schülergruppen ausgebildeten, muttersprachlichen Schauspielern konnte als „normale“ Sprache erlebt werden. Das Vertrauen in die eigenen Sprachkenntnisse wurde gestärkt, die Motivation für das Erlernen und Anwenden der englischen Sprache gesteigert. 

Schülerinnen und Schüler rekonstruieren Fall eines Eckenhagener NS-Verfolgten

Manfred Huppertz, Leiter des Kreisarchivs des Oberbergischen Kreises, besuchte die Schülerinnen und Schüler eines Geschichtskurses der Jahrgangsstufe Q2. Der Archivar gab aufschlussreiche Einblicke in die Aufgaben eines Archivs und holte mit einem anschaulichen Vortrag zum Thema „Der Oberbergische Kreis im Nationalsozialismus – ein Landkreis wie jeder andere?“ die Geschichte des Nationalsozialismus in die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler.

Der Referent war von den Geschichtslehrern Florian Kalk und Hendrik Holzmüller eingeladen worden, um die Ergebnisse einer Quellenanalyse zu diskutieren, die die Schülerinnen und Schüler in der vorangegangenen Stunde geleistet hatten. Sie werteten dafür Archivmaterial aus dem Kreisarchiv aus. Im Fokus stand dabei die Rekonstruktion des Schicksals zweier Verfolgter des Naziregimes.  Besonderes Interesse weckte der Fall des Eckenhagener Friseurmeisters Wilhelm Stodiek, dessen Schicksal durch einen zufälligen Aktenfund im Kreisarchiv nun erstmals genauer beleuchtet werden konnte: 

Stodiek war im Jahr 1941 mit seiner Familie nach Eckenhagen gezogen und betrieb mit großem Erfolg ein Friseurgeschäft, das nur wenige Meter von der heutigen Gesamtschule entfernt gewesen sein dürfte. Trotz mehrfacher Aufforderungen der Behörden hat es Stodiek nicht unterlassen, sich gegenüber seinen Kunden in sehr kritischer Weise über die NS-Regierung zu äußern. Offenbar hat sich der Mann nicht den Mund verbieten lassen und sich durch seine systemkritische Haltung auch mit hohen Parteifunktionären der NSDAP angelegt. Stodiek beschreibt sich selbst als unpolitischen Menschen und als „kleinen Dorffriseur“, „der mal meckert“, dennoch wurde er 1944 in Berlin durch den sogenannten ‚Volksgerichtshof‘ zum Tode verurteilt und hingerichtet. 

Die Arbeit des Kurses zeigt, dass auch im Oberbergischen ein Bedarf an Aufarbeitung von Lebensläufen besteht, die mit der Zeit des Nationalsozialismus verbunden sind, und dass die Auseinandersetzung mit der Geschichte eine bleibende Aufgabe der jüngeren Generation darstellt.

Nachhaltig in die Zukunft

Gesamtschule Reichshof erneut als „Schule der Zukunft“ ausgezeichnet

Von der „Natur- und Umweltschutz-Akademie NRW“ (NUA) und explizit auch im Namen des Schul- und Umweltministeriums wurde die Gesamtschule Reichshof wie schon im Kampagnezeitraum 2012-2015 nunmehr erneut als „Schule der Zukunft 2016-2020“ und darüber hinaus als „Netzwerk der Zukunft 2016-2020“ ausgezeichnet. In einem Gratulationsschreiben bedankte sich die Akademie bei den Schülerinnen und Schülern und bei den Lehrkräften „für das hohe Engagement der letzten vier Jahre in den Projekten rund um die Bildung für nachhaltige Entwicklung“. 

Einen herzlichen Dank richtete Schulleiterin Anne Halfar an alle Schülerinnen und Schüler, die im Projekt mitgewirkt haben und an das Lehrerteam „Fliegende Bauten”, hier insbesondere an Klaus Konnerth, der federführend in Zusammenarbeit mit Dr. Melanie Bisson-Ritter die Koordination der Projektentwicklung für die erneute Bewerbung übernommen hatte. „Mit unserem Projekt ‚Fliegende Bauten‘ wollen wir einen Handlungsrahmen schaffen, in dem die zukunftsorientierte Nachhaltigkeitsbildung der Schülerinnen und Schüler im Vordergrund steht. Dies ist uns in den letzten Jahren immer umfassender gelungen“, stellte Dr. Bisson-Ritter von der Gesamtschule Reichshof fest. Schulleiterin Anne Halfar bestätigte die beständige Entwicklung im Sinne der Nachhaltigkeit und fügte hinzu: „In unserer Schule der Zukunft lernen alle Schülerinnen und Schüler den verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen, sich aktiv für die Artenvielfalt und nachhaltige Lebensführung einzusetzen. Im Sinne einer Öffnung nach außen lernen sie darüber hinaus sich zukunftsorientiert zu vernetzen.“

Im Projekt „Fliegende Bauten“ eröffnet sich den Schülerinnen und Schülern der 8. Jahrgangsstufe der Gesamtschule Reichshof in Kooperation mit der St.-Antonius-Schule in Eckenhagen die Möglichkeit, Einblicke in die Notwendigkeit der Erhaltung vom Aussterben bedrohter Nutztierrassen zu bekommen und daran aktiv mitzuwirken. Die Teilnehmer erkennen darüber hinaus, wie wichtig es ist, die heimische Kulturlandschaft nachhaltig zu bewirtschaften. Das Projekt mit seiner Apfelsaftproduktion, der Imkerei und der Verwertung der Wolle schuleigener Schafe wurde auch als gelungenes Beispiel für Inklusion und ebenso als Best-Practice- Beispiel im Rahmen der Tagung „Biodiversität und Landwirtschaft am Beispiel des Bergischen Landes“ in Rösrath ausgezeichnet. 

Die „NUA – Natur- und Umweltschutzakademie NRW“ würdigt zugleich das gemeinsame Arbeiten der Eckenhagener Schülerinnen und Schüler in der nachhaltigen Schülergenossenschaft „BioScharf eSG“ als ein „unmittelbares Erleben von wirtschaftlichen, ökologischen und sozialen Zusammenhängen auch in globaler Hinsicht“. So begegnet die Genossenschaft dem Ressourcenverbrauch etwa durch Möbelbau aus Paletten. Die Zusammenarbeit mit der Mensa der Gesamtschule Reichshof, z. B. durch die Belieferung mit selbst angebautem Gemüse und frischen Kräutern, schärft das Bewusstsein für gesunde Ernährung. Auf der Messe „GenoGenial“ präsentierte die Schülergenossenschaft ihr Konzept auf einem eigenen Workshop. 

Das neueste unternehmerische Schülerprojekt stellt ökonomisches Handeln in den Mittelpunkt. Schülerinnen und Schülern des 9. Jahrgangs wollen ihren Mitschülerinnen und Mitschülern in der von ihnen betriebenen Saftbar saisonal angepasste Produkte, Bio-Gemüse und Säfte schmackhaft machen.