Warum ein Schüleraustausch der Gesamtschule Reichshof weit mehr ist, als eine Klassenfahrt
Was bleibt, wenn Jugendliche Geschichte nicht nur lernen, sondern erleben?
Für die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Reichshof ist diese Frage keine theoretische. Beim Schüleraustausch mit dem I Liceum Ogólnokształcące in Łańcut in Polen wurde Vergangenheit greifbar – und Verantwortung konkret.
Seit 24 Jahren verbindet beide Schulen eine enge Partnerschaft. Der Austausch ist fester Bestandteil des Schulkonzepts und steht für ein Bildungsverständnis, das weit über Unterricht hinausgeht.
Der Weg der Reise war bewusst gewählt. In Krakau setzten sich die Jugendlichen mit den Ursprüngen jüdischen Lebens auseinander: mit Kultur, Alltag, religiösem Leben und gesellschaftlichen Bedingungen. Sie lernten, dass jüdisches Leben über Jahrhunderte selbstverständlicher Teil Europas war.
Diese Erfahrungen bildeten die Grundlage für den anschließenden Besuch der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau. Dort wurde deutlich, wie dieses Leben durch den Nationalsozialismus systematisch zerstört wurde. Die Verbindung beider Orte machte Geschichte verständlich – nicht als isoliertes Ereignis, sondern als Entwicklung mit einem tiefen Bruch.
Schulleiter Markus Sutoris sagt dazu:
„Bildung bedeutet für uns mehr als Wissen. Wir wollen junge Menschen dazu befähigen, Verantwortung zu übernehmen und Haltung zu zeigen. Gerade an solchen Orten wird klar, warum Demokratie und Menschlichkeit geschützt werden müssen.“
Neben der historischen Auseinandersetzung stand das Miteinander im Mittelpunkt. Die Schülerinnen und Schüler lebten in polnischen Gastfamilien, nahmen am Alltag ihrer Austauschpartner teil und erlebten Europa als persönlichen Begegnungsraum.
Der Schüler Felix Müller bringt es auf den Punkt:
„Es sind echte Freundschaften entstanden. Der Austausch hat mir geholfen, über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen und andere Perspektiven kennenzulernen.“
Begleitet wurde die Fahrt von Joanna Jarmonik, Olaf Kemper (Schulsozialarbeiter) und Schulleiter Markus Sutoris.
Die Gesamtschule Reichshof setzt bewusst auf internationale Begegnungen und außerschulische Lernorte. Sie versteht Schule als Ort, an dem Wissen, Werte und persönliche Entwicklung zusammenkommen – und junge Menschen auf eine komplexe Welt vorbereitet werden.
Der Gegenbesuch der polnischen Schülerinnen und Schüler ist für April geplant.
Beste Grüße
Markus Sutoris, Schulleiter (LGeD)










