Das Rätsel um die Liebe

Reichshofer Gesamtschüler in der Kölner Oper

Drei knifflige Rätsel muss Prinz Calàf lösen, um Prinzessin Turandot zur Frau nehmen zu können. Doch sein Einsatz ist hoch: Scheitert er auch nur an einer Aufgabe, bezahlt er mit seinem Leben. „Obwohl wir wussten, dass der Prinz am Ende Turandot heiraten wird, war es spannend bis zum Schluss“, berichten die Schülerinnen und der Schüler Viktoria Kimbel (8d), Silas Verhülsdonk (8d), Karla Hardenacke (9a), Johanna Zinke (9d), Alica Stockinger (9e) und Michelle Stamm (9e).

Zusammen mit 24 weiteren Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 8, 9 und 10 haben die sechs am 2. Juni in Köln eine Aufführung der Oper „Turandot“ von Giacomo Puccini besucht. Mit dabei waren die Initiatorin des Abends, die opernbegeisterte Lehrkraft Katja Petri-Kempers, die Lehrkraft Julia Mühl-Sawatzki sowie der ehemalige Eckenhagener Lehrer Dr. Horst Petri-Kempers.

Damit alle der packenden Geschichte um die eiskalte Prinzessin gut folgen können, fand im Vorfeld ein Workshop in der Schule statt. Gesungen wurde nämlich im italienischen Original – eine neue Erfahrung, die durch die deutschen Übertitel auf Bildschirmen zum Glück erleichtert wurde. Das tat der Begeisterung aber keinen Abbruch, im Gegenteil: „Der Workshop war echt hilfreich, damit wir den Inhalt überhaupt verstehen“, meinen Karla Hardenacke und Michelle Stamm, und auch Viktoria Kimbel ist überzeugt: „Es war absolut spannend – obwohl wir die Texte mitlesen mussten!“

Die Erwartungen vor der Fahrt waren gemischt. Doch die moderne Aufführung im Staatenhaus überzeugte schnell. „Die Oper war sehr beeindruckend, weil sie so detailliert war und sich alle so viel Mühe gegeben haben“, hebt Silas Verhülsdonk hervor. Besonders das Bühnenbild, die großartigen Kostüme und die geschminkten Gesichter der Darstellerinnen und Darsteller begeisterten Alica Stockinger.

„Ich dachte erst, es wird langweilig, aber es war richtig cool und spannend!“, freut sich Johanna Zinke. Besonders fasziniert war sie von drei ganz bestimmten Figuren, den drei Herren auf Stelzen: „Die Minister Ping, Pang und Pong waren beeindruckend, weil ihre Macht durch ihre riesige Größe auf der Bühne dargestellt wurde.“

Auch die Musik sorgte für offene Münder und Staunen im Saal. Dass die Sängerinnen und Sänger den riesigen Raum ganz ohne Mikrofone mit ihren Stimmen beschallten, beeindruckte die Jugendlichen sehr. Auch das Live-Orchester hinterließ mächtig Eindruck.

Ein weiteres Highlight war der festliche Rahmen des Abends. Für die meisten war der Abend das erste „echte“ Opernerlebnis – entsprechend schick hatten sich alle gemacht. Genauso mitreißend wie die Atmosphäre war auch das Ende der Oper. Nachdem der Prinz alle Aufgaben gelöst hatte, stellte er der Prinzessin ein Gegenrätsel, durch das sie erkannte, was wirklich zählt: die Liebe. Ein packender Moment, der im Gedächtnis blieb: „Das Ende war einfach krass“, fasst Michelle Stamm das fesselnde Finale zusammen.

Das Fazit des Abends fällt durchweg positiv aus: Die Reichshofer Schülerinnen und Schüler sind sich einig, dass jeder mal einen Opernbesuch erlebt haben sollte. Man lernt eine andere Art von Gesang kennen und erlebt eine tolle und beeindruckende Atmosphäre. Besonderer Dank gilt Frau Petri-Kempers, die den Tag organisiert, die Karten besorgt und in die Welt der Oper eingeführt hatte.