Augenblicksglück oder die Befragung der Wirklichkeit

– eine Abschlussbetrachtung zum Projektkurs Kunst Q2 im Schuljahr 2020/2021 –

… phantastische, technische Entwicklungen aber auch Internetkriminalität,
Befreiungen von Diktatur aber auch Tendenzen zum Totalitarismus,
„kantianische“ Vernunft aber auch terroristischer Irrationalismus,
individuelle Freiheit aber auch gesellschaftliches Dogma,
Wohlstand aber auch Flucht, Vertreibung, Armut,
übernationale Bündnistreue aber auch lokale, nationale Konflikte,
kulturelle Vielfalt aber auch Ausländerfeindlichkeit,
ökonomische Entwicklung aber auch ökologische Zerstörung,
Wohltaten der Medizin aber auch neue Krankheiten,
biologische Wunder auf den Kontinenten aber auch Flug in den Weltraum
Blick auf die Erde aber auch Blick in den Himmel…

… alles Abenteuer unserer Zeit in der auch die Schüler*innen zunehmend und zwangsläufig Zeuge, Akteur oder Opfer sind – Es wird nicht möglich sein, gegenüber diesen Kräften gleichgültig zu bleiben, sich quasi ganz rauszuhalten. 

Natürlich kennt jeder (hoffentlich) seine kleinen Fluchten aus diesem Alltag: Augenblicke des Chillens in Zeit und Raum und Inseln des Glücks – aber wer nicht nur den Göttern dieses Augenblickglücks huldigt, ahnt, dass hinter den Helden des Sports, der Mode, hinter den twitternde Präsidenten, Shows, Castings, Fake-News hinter diesem ganzen attitudenhaften Make-up der Zeit die Wahrheit sehr nackt ist. 

In diesem Sinne die Wirklichkeit zu befragen, auf ihre Errungenschaften zu deuten aber auch die Finger in die Wunden des Wohls zu legen, war der Anspruch des Projektkurses Kunst. Es ist der Versuch mit den Möglichkeiten der darstellenden Kunst unsere Lebenswirklichkeit zu hinterfragen. Das erforderte Hingucken, Wachsein, Kritik üben wollen; es verlangte Mut und Motiv eine kraftvolle, eigene künstlerische Position zu formulieren.

Was alle Kursteilnehmer*innen mitbringen mussten, war die Lust ihre Lebenswirklichkeit auf den Prüfstand zu stellen, die Bereitschaft eine persönliche Aussage treffen zu wollen, kurz:  die visuelle Neugier ein eigenes Anliegen als künstlerisches „Zeichen“ gestalten zu wollen. 

Die künstlerischen Mittel waren frei, blieben natürlich an Finanzierbarkeit und Durchführbarkeit gebunden. 

Die Projektarbeit wurde kontinuierlich in einem Skizzenbuch dokumentiert. Der Projektkurs fand statt als Werkstattunterricht im Kunstraum, in Form von Projekt-Beratungsgesprächen, in Zwischenpräsentationen vor dem Kurs zur Weiterentwicklung des Projektes.

Zum Schluss bereiteten alle ihre Kunstwerke für eine gemeinsame Ausstellung vor. Die Pandemie erlaubte den üblichen Präsentationsnachmittag in der Schule vor Publikum leider in diesem Jahr nicht – daher dieser digitale Auftritt auf unserer Schulhomepage.

Der Zusammenklang aller Bilder, Skulpturen, Fotos… das Zusammentreffen aller Schüler*innenantworten am Ende ihrer jeweiligen Befragung von Wirklichkeit bilden nun einen neuen, selbst erstellten Teil von Realität… abwechslungsreich und eigensinnig im besten Sinne des Wortes!

… und wenn jetzt, im März 2021, tolle Kunst geschaffen wurde, könnt ihr Schüler*innen stolz auf eure Gestaltungen sein und es stellt sich gewiss auch ein Gefühl von „Augenblicksglück“ ein.

Axel Müller, Kursleiter

Der Projektkurs – das waren:

Theresa Boas – „Fragen in meinem Kopf“
Vivien Borchert – Wir sind die Erde
Jona Dannenberg – Reichtum und Armut auf der Welt
Luis Gazibara – Die Wahrheit hinter der Schönheit
Luis Gazibara – Die Wahrheit hinter der Schönheit
Luis Gazibara – Die Wahrheit hinter der Schönheit
Luis Gazibara – Die Wahrheit hinter der Schönheit
Nina Hauk – Emergency Meeting
Alicia Irle – Schönheit und Diversität der Natur
Sarah Klingspor – Perfektion/Deformation u. soziale Medien
Mia Krause – Cultur Diversity in Germany
Marie Krebs – Fast Fashion Industrie
Laura Löwen – Klimawandel
Jolina Müller – „Die Welt in unseren Händen“
Laurén Riegel – What´s Racism?
Lea Rossenbach – Soziale Plattformen und ihre Wirkungen
Simon Schär – Krieg
Maximilian Schmidt – Die Nachhaltigkeit in den Händen
Paulina Schneider – Soziale Medien und Selbstwertgefühl
Mae Wasser – Zusammen gegen Diskriminierung
Philipp Weinholz – Soziale Medien – politische Manipulation

Vielfalt und Kreativität

Projektkurse des Abiturjahrgangs 2021 an der der Gesamtschule Reichshof 

Ein knappes Jahr hatten die Schülerinnen und Schüler der Q 2, des Abiturjahrgangs 2021, der Gesamtschule Reichshof in verschiedenen Projektkursen an individuellen Vorhaben gearbeitet. Aufgrund der bekannten Umstände war es auch in diesem Jahr nicht möglich, die Ergebnisse im traditionellen Rahmen einer musikalisch umrahmten Soiree zu präsentieren. Das ist umso bedauerlicher, da die Ergebnisse überaus beeindruckend sind. 

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Sportliche Erfolge trotz vielfältiger Einschränkungen

Sportabzeichen an der Gesamtschule Reichshof

Wie so vieles in diesen Zeiten hatten die strengen Hygienemaßnahmen zur Reduzierung der Ansteckungsgefahr durch Covid 19 auch den Sportunterricht an der Gesamtschule Reichshof im vergangenen Herbst stark eingeschränkt. Trotz aller Schwierigkeiten erwarben 31 Schülerinnen und Schüler des 8. Jahrgangs der Gesamtschule Reichshof das Deutsche Sportabzeichen. 

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UNO-Ziele vor Ort

Best Practice der Gesamtschule Reichshof präsentiert

2015 gab die UNO im Rahmen ihrer Agenda 2030 siebzehn Ziele zur Erreichung von Nachhaltigkeit aus. Das 17. Nachhaltige Entwicklungsziel betrifft Partnerschaften und Netzwerke auch und gerade in der schulischen Bildung zur nachhaltigen Entwicklung (BNE). Dazu fand vor den Osterferien eine Online-Fortbildung zum Thema „Netzwerken: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“ statt, zu der zahlreiche Lehrkräfte virtuell zusammengekommen waren. 

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Kreativ dem Stillstand trotzen

10.000 Schritte an der Gesamtschule Reichshof

In Wochen des Distanzlernens droht vielen Schülerinnen und Schülern eine reale Gefahr mit Folgen für die Gesundheit: Der Bewegungsmangel! Viele sonst alltägliche Wege entfallen, der Weg zur Schule ebenso wie die vielen Wege in der Schule, die Bewegungspausen im Unterricht, die Bewegung in den Pausen, die Sportstunden und -veranstaltungen und Vieles mehr. 

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„GRIT-Girls“

– Ein Projekt der Gesamtschule Reichshof 

Im Zeitalter der Digitalisierung stimmen zwei Tatsachen nachdenklich, wie Dr. Dagmar Kopal-Engeländer und Tatjana Wiesner, Leiterinnen der GRIT AG der Gesamtschule Reichshof anführen: Zum einen unterschätzten Schülerinnen leider oft ihre Fähigkeiten in den MINT-Fächern. Zum anderen blieben deshalb Mädchen und jungen Frauen interessante und lukrative Berufsfelder im Bereich der Informationstechnologien verschlossen, weshalb der Anteil von Frauen in diesem Wirtschaftsbereich noch immer sehr gering sei. 

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